Die Reykjavík-Deklaration

Menschen sind Teil der natürlichen Welt, haben jedoch einen überproportionalen Einfluss auf die globale Umwelt und die Biodiversität. Im Laufe der Geschichte hat unsere Art die natürliche Welt benutzt, um das individuelle und kollektive Wohlbefinden zu steigern, und die dadurch entstandene Einwirkung auf die Natur ist nun nicht mehr tragfähig. Die von den Regierungen ausgeübte Politik sollte durch wissenschaftliche Erkenntnisse gestützt werden. Regierungen müssen die erschütternden Ergebnisse der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft respektieren, darunter auch, dass die übermäßige Nutzung natürlicher Ressourcen und der Anstieg der Treibhausgasemissionen zu einem katastrophalen Klimawandel führen und die Vielfalt des Lebens auf der Erde sowie die Zukunftsfähigkeit der menschlichen Gesellschaften bedrohen. In der Tat stellen extreme Szenarien ein existenzielles Risiko für die Menschheit dar. Die Welt muss dringend und global koordiniert handeln, um die menschlichen Beiträge zum Klimawandel zu reduzieren und zu verhindern, die Klimaauswirkungen abzumildern und sich an sie anzupassen.

Wir erkennen an:

  • den überwältigenden wissenschaftlichen Konsens, dass der Mensch zum Klimawandel-Trend der globalen Erwärmung beiträgt;
  • dieser Klimawandel wird sich nachteilig auf menschliche Gemeinschaften, nichtmenschliche Lebewesen und natürliche Ökosysteme auswirken;
  • die Bedrohung der Ökosysteme durch Landnutzung und Ressourcengewinnung, einschließlich kommerzieller Entwaldung und nicht nachhaltiger Landwirtschaft;
  • die Investitionen in neue Technologien für erneuerbare Energien müssen mit einer massiven Verringerung des Einsatzes kohlenstoffbasierter Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas einhergehen;
  • dass alle Länder daran arbeiten müssen, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und Lebensräume und Arten zu erhalten.
  • dass die wirtschaftliche Entwicklung infolge der Industrialisierung die Länder bei ihrer Entwicklung historisch begünstigt hat und dass reichere Länder die Entwicklungsländer bei der Erfüllung ihrer Verpflichtungen zum Umweltschutz unterstützen sollten.

Wir unterstützen:

  • das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen und die daraus resultierenden Arbeiten des Pariser Übereinkommens von 2017 sowie die Klimaschutzkonferenz der Vereinten Nationen von 2017 (COP23);
  • die dringliche Arbeit der wissenschaftlichen, technischen und aktivistischen Gemeinschaften bei der Erforschung und Anwendung neuer Technologien und Strategien zur Minderung der Risiken für die Zivilisation und die biologische Vielfalt;
  • die Notwendigkeit eines globalen Übergangs zu neuen Formen der Ressourcennutzung und neuen Formen der Energieerzeugung, die sozial und ökologisch nachhaltig sind.

Wir rufen alle humanistischen Organisationen, die Zivilgesellschaft im Allgemeinen und alle Menschen auf der ganzen Welt dazu auf:

  1. bei ihren Regierungen und regionalen Institutionen die Notwendigkeit dringender Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen, zur nachhaltigen Landnutzung und Ressourcengewinnung sowie zum Schutz und zur Erhaltung wildlebender Lebensräume hervorzuheben;
  2. soziales und politisches Engagement für dringende Maßnahmen und langfristige politische Entscheidungen zur Eindämmung und Prävention des Klimawandels zu fördern.

Die Deklaration wurde im Rahmen der Generalversammlung der Humanists International 2019 in Reykjavík, Island, beschlossen. Quelle: humanists.international

Empfehlung zur wissenschaftlichen Zitierweise: ‚Reykjavik Declaration on the Climate Change Crisis‘, Humanists International, General Assembly, Reykjavik, Iceland, 2019

Sie können die Deklaration bekannter machen:

Mehr Texte hier: docs.humanistisch.net


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Ins Deutsche ist die Reykjavík-Deklaration schon übersetzt worden. Übersetzungen in Weltsprachen wie Spanisch, Französisch, Portugiesisch, Arabisch, Chinesisch, Russisch, Hindi, Japanisch oder Koreanisch fehlen bislang allerdings. Um die Reykjavík-Deklaration vielen weiteren Millionen Menschen mit der Offenheit für humanistische Auffassungen, Ideen und Werte weltweit zugänglich zu machen, suchen die Humanists International (HI) ehrenamtliche ÜbersetzerInnen.

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